Ein par Gedanken zum Anfang von Local SEO

„Wer nicht wirbt, der stirbt.“ – An diesem Sprichwort kommt heute kein Unternehmer mehr vorbei, weil die Zahl der Mitbewerber ständig weiter steigt. Doch gerade in der Gastronomie ergeben sich einige Besonderheiten, die bei der Auswahl der zu nutzenden Werbeplattformen bedacht werden müssen. Wer als Gastronom im Internet werben möchte, sollte seine lokalen Bezüge bestmöglich ausnutzen. Genau das wird unter dem Begriff Local SEO zusammengefasst.

Was verbirgt sich hinter dem Kürzel SEO?

Lange Zeit wurde SEO als Abkürzung für Search Engine Optimization verwendet. Im Fokus stand einerseits die technische Optimierung der Websites. Anderseits wurden Texte „gebaut“, die eine bestimmte Anzahl von Keywords enthielten, unter denen der Betreiber der Website gefunden werden wollte. Der Informationsgehalt und damit der Nutzen für den Besucher einer Homepage blieben dabei leider meistens auf der Strecke.

Außerdem hatten die „Linkfarmen“ Hochkonjunktur. Sie waren Betreiber von Artikelverzeichnissen und Blogsites, die eigens zum Verkauf von Backlinks eingerichtet wurden. Dadurch blähte sich der Inhalt des gesamten Internets binnen kurzer Zeit kräftig auf. Für die Nutzer bedeutete das, dass sie sich in den Suchergebnissen durch unzählige Artikel ohne wissenswerte Informationen wühlen mussten, bevor sie auf die wirklich für ihre Suchanfrage relevante Seite kamen. Inzwischen haben die Betreiber der großen Suchmaschinen mit Anpassungen ihrer Sortieralgorithmen genau darauf reagiert.

Die Ergebnisse dieser Anpassungen sind große Veränderungen beim Ranking der Websites. Sie berücksichtigen eine Aussage, die von Ben Potter bereits im Jahr 2012 getroffen wurde. Sie lautete sinngemäß, dass Websites nicht für die Suchmaschinen gemacht, sondern auf die Interessen, Probleme und Wünsche der potentiellen Nutzer abgestimmt werden müssen. Potter leitet deshalb das Kürzel SEO vom Begriff Search Experience Optimization ab, bei dem die Nutzererfahrung im Vordergrund steht. Das bedeutete eine Abkehr von der taktischen Optimierung von Websites hin zu strategischen und damit nachhaltigen Maßnahmen.

Warum profitieren Gastronomen besonders stark von der Local SEO?

Gastronomen haben durch ihr lokal begrenztes Einzugsgebiet eine Besonderheit, die vor allem bei der Planung von Werbemaßnahmen im Internet berücksichtigt werden muss. Inhaber von Gaststätten profitieren hier sehr stark von der Tatsache, dass die Anzahl der Suchanfragen von mobilen Endgeräten aus ständig weiter steigt.

die Anzahl der Suchanfragen von mobilen Endgeräten aus ständig weiter steigt
Dieser Daten haben wir aus ein Analytics Account von ein Restaurant Kunde geholt, (Zeitraum 1 Monat)

Inzwischen nutzen rund zwei Drittel (Siehe oben) aller Besucher von Websites mit lokalen Bezügen das Smartphone, Phablet oder Tablet für die Suche. Das bedeutet allerdings auch, dass die Websites von Gastronomen technisch so gestaltet werden müssen, dass sie von den wichtigsten Suchmaschinen Google und BING das Prädikat „mobile friendly“ bekommen. Dann werden sie nämlich bei der Abfrage von mobilen Endgeräten aus vor den Seiten angezeigt, die ausschließlich auf Zielgruppen mit einem Desktop-PC ausgerichtet wurden.

In der Gastronomie spielen in einer Stadt wie zum Beispiel Berlin oder Wien neben den Einheimischen auch die Gäste aus dem In- und Ausland eine wichtige Rolle.

Für sie ist es ein erheblicher Vorteil, dass bei einer fachkundig durchgeführten Local SEO die Standorte der gefundenen gastronomischen Einrichtungen von Google auf einer Karte direkt neben den Suchergebnissen angezeigt werden. Die dort markierten Punkte können einfach und schnell in die Navigation mit den Google Maps übernommen werden. Das bedeutet einen sehr hohen Komfort, der bei den Nutzern einige Pluspunkte in der Bewertung einbringt.

Wie fließt die Local SEO in die Inhalte einer Website ein?

Natürlich darf die Local SEO auch bei der Gestaltung der Texte sowie beim Layout einer Website nicht zu kurz kommen. Wer als Gastronom Bilder seiner Location in die Website mit einfügt, sollte beim Setzen der Tags darauf achten, dass neben dem Namen der Gaststätte oder des Hotels auch die Stadt mit benannt wird. Auf diese Weise wird die Bildersuche von Google, BING und Co. gleich bestens mit bedient. Das leitet so manchen Besucher auf die Website eines Gastronomen in Berlin oder Wien, der beispielsweise Fotos der deutschen Hauptstadt gesucht hat. Das bringt Vorteile, weil der generierte Traffic bekanntlich ebenfalls mit zu den Rankingfaktoren der Sortieralgorithmen zählt. Ist aber für mich nicht das Ziel einer Optimierung.

Die Local SEO kommt bei der On-Page-Optimierung auch dadurch zum Ausdruck, dass in den Texten nicht nur auf das Hotel oder die Gaststätte selbst eingegangen wird. Gastronomen sollten sich deshalb genau anschauen, welche besonderen Locations in der eigenen Umgebung vorhanden sind. Befindet sich eine Sehenswürdigkeit in der Nachbarschaft, sollte diese ebenfalls mit vorgestellt werden. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass die Website auch mit der Bezeichnung der Sehenswürdigkeit gefunden werden kann. Das gilt analog auch für nahe gelegene Sportstätten, Kulturstätten, Museen und Naherholungsgebiete.

Daten aus ein Google Business Profil vom Kunden

Bei der Local SEO sind strategische Partnerschaften hilfreich

Auch nach den letzten Aktualisierungen der Google-Rankingalgorithmen spielen Backlinks noch eine wichtige Rolle. Sie sollten aber nicht von irgendwoher kommen. Für die Verlinkung sollten nur Websites genutzt werden, die die gleichen lokalen Bezüge wie die eigene Website haben. So könnte auf der Homepage einer Gaststätte ein Sportclub vorgestellt und verlinkt werden.

Umgekehrt könnte der Vorstand des Sportclubs auf der Vereinsseite die nahe gelegene gastronomische Einrichtung präsentieren und einen Backlink setzen. Die Crawler der Suchmaschinen erkennen daraus Zusammenhänge und bewerten den gesamten Komplex aus Websites relevanter für die Suche mit dem Städtenamen. Davon profitieren alle Beteiligten, ohne Kosten in eine gute Verlinkung investieren zu müssen. Solche Kooperationen sind mit Kunstgalerien, Theatern, Kinos oder Lieferanten natürlich ebenso möglich.

Eine gleichermaßen nützliche Sache ist die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Viele Städte betreiben eigene Stadtportale im Internet. Dort sind für Gastronomen vor allem die Rubriken „Kultur & Ausgehen“ sowie „Tourismus“ interessant. Wer in seiner Gaststätte größere öffentliche Veranstaltungen plant, sollte sie den für das Stadtportal verantwortlichen Autoren unbedingt melden, damit sie auf der Website mit vorgestellt werden können. Das Städteportale weisen in der Regel hohe Besucherzahlen auf und spendieren in den Artikeln zur Präsentation von Veranstaltungen sogar einen Backlink zur jeweiligen gastronomischen Einrichtung.

Das Fazit daraus ist, dass es für die Local SEO ein ganzes Bündel möglicher Maßnahmen gibt. Alle haben das Ziel, die Gesamtrelevanz für die Suche mit Städtenamen zu erhöhen, den Internetnutzern einen hohen Komfort und Informationsgehalt zu bieten und gleichzeitig den Traffic auf der eigenen Website zu steigern. Viele dieser Maßnahmen kosten kein Geld, sondern erfordern lediglich etwas Zeit.